• chrisross

Unterwegs mit dem Nissan Leaf ZE1 – Batterie (Teil 2 von 3)

Aktualisiert: Apr 12

In diesem Beiträg schildere ich einige Erlebnisse mit meinem Nissan Leaf (40 kWh) in Zusammenhang mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Denn eines steht fest, kann ich zu Hause laden (z.B. wenn ich nur zum Einkaufen fahre oder zur Arbeit und zurück), habe ich keine Probleme mit dem Fahrzeug.

Das Auto an sich macht richtig Spaß zu fahren. Die Fahrdynamik ist unvergleichlich durch das volle Drehmoment aus dem Stillstand und dem völlig unterbrechungsfreien Beschleunigen bis zur Endgeschwindigkeit (die tatsächlich bei den angegebenen 144 km/h liegt). Die 150 PS Leistung sind für mich völlig ausreichend und die Fahrerassistenzsysteme entspannen das Fahren deutlich! (Wie z.B. die automatische Geschwindigkeitsregelung in Abhängigkeit vom vor mir fahrenden Auto. Sogar das autonome abbremsen bis zum Stillstand funktioniert tadellos.)


Wenn ich jedoch in die Verlegenheit komme, unterwegs nachladen zu müssen, fangen die Herausforderungen an.



Ich bin ganz gut gerüstet mit einigen Apps und 2 zugehörigen Ladekarten. Die EnBW App und Karte (mobility+) ist quasi Pflicht in Baden-Württemberg und Umgebung. Tatsächlich habe ich auch alle abgebildeten Apps gebraucht. Hinzufügen möchte ich, ich bin nicht gerade Vielfahrer. Die meisten Strecken beschränken sich auf die Arbeit (20 km einfach) und das Einkaufen (10 km einfach). Seltener sind Fahrten ins Umland (ca. 50 km einfach) oder weiter weg, um Freunde zu besuchen (ca. 250 km einfach).


Jedoch treten Schwierigkeiten bereits bei Fahrten zu IKEA auf (45 km einfach). Vollgeladen kein Thema. Hatte ich jedoch einmal vergessen und dachte - kein Problem, bei IKEA kann ich kostenlos laden während dem Einkauf. Funktioniert meist auch. Halt nur "meist".



Im speziellen Fall hatte jemand den Not-Aus-Schalter der Ladestation betätigt, was die Ladesäule abgestellt hat. Mein Auto wurde also nicht geladen, die Ladesäule lies sich auch nicht wieder reaktivieren. Also musste in der Umgebung eine alternative Lademöglichkeit gesucht werden. In Ulm gibt es hier Möglichkeiten, dauert dann halt... (Die Restladung hätte für den Heimweg leider nicht mehr gereicht...)



Bei der Fahrt auf der Autobahn nach Garmisch-Partenkirchen zeigt sich die Notwendigkeit zur Planung von weiteren Fahrten. Tatsächlich muss ich mich vor der Fahrt überlegen, wo es Lademöglichkeiten gibt, wann ungefähr ich die Ladepause einplanen will bzw. kann.

Die Fahrt selbst (ca. 250km Strecke, ca. 2.5 h Fahrtdauer) ist am Stück nicht machbar. Also plane ich einen ersten Ladestopp bei Augsburg ein (Rasthof Edenbergen). Dort gibt es einen Schnelllademöglichkeit und ich denke, eine kurze Kaffeepause tut mir gut und das Auto ist nach ca. 15 min. so weit geladen, dass ich die Strecke bis zur nächsten Lademöglichkeit (und weiterer Espresso-Pause) gut schaffe.



Frohen Mutes also die Ladesäule gefunden, Auto angesteckt. Doch es tut sich nichts, ich kann den Ladevorgang nicht aktivieren. Keine meiner Ladekarten oder Apps funktioniert. Also Anruf bei der Hotline. Ich benötige die spezielle Innogy App oder Ladekarte, ein Roaming zu meinen bestehenden Verträgen funktioniert nicht. Schön. Also App runtergeladen, installiert, angemeldet. Ladevorgang per App gestartet. Jetzt lädt das Fahrzeug. Allerdings hatte ich für das Prozedere bereits knapp 30 min. gebraucht. Eigentlich wollte ich längst weiter sein. Also nochmal 20 min. geladen und weiter ging's.


Was mir nicht so ganz klar war nach dem Schnellladen, die Akkutemperatur steigt rasch an.




Aber noch vor dem roten Bereich, also weiter. Ich komme gut bis zum nächsten geplanten Ladestopp an der A95, Raststätte Höhenrain (West). Gleiche Ladestation von Innogy, okay, super, funktioniert ja jetzt. Also hier nochmals 20 min. geladen, damit ich problemlos bis Garmisch komme.



Die Reichweite ist okay, jedoch nicht die Batterietemperatur nach erneutem kurzen Schnellladen.



Ich weiß nicht, wie das Auto reagiert, denn die Batterie wird durch die Fahrt auf der Autobahn (ca. 120-130 km/h) schnell noch wärmer. Die Außentemperatur liegt bei 22 °C und der Fahrtwind scheint nicht besonders zu kühlen. Wie ich später nachlese, hat die Batterie des Nissan Leaf keine aktive Kühlung... Schade, denn meine Nervosität steigt und ich erwarte, dass das Auto demnächst abschaltet und ich abkühlen lassen muss...

Bevor das passiert komme ich jedoch am Ziel an und stelle das Fahrzeug ab. Die Temperatur sinkt nur sehr langsam.



Auch Stunden später (bereits Nacht, kalt) ist die Temperatur noch deutlich im oberen Drittel.

Die Rückfahrt einen Tag später verläuft ähnlich, obwohl es deutlich kälter und regnerisch war.

© 2020 by Christian Krknjak

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